fragt Regina Laneus, per E-Mail
Der Mensch hat mehr als vier Blutgruppen. Bisher sind 29 Blutgruppensysteme von der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion dokumentiert und anerkannt. Das bekannteste Blutgruppensystem ist das 1901 vom Wiener Arzt Karl Landsteiner beschriebene AB0-System sowie der 1940 entdeckte Rhesus-Faktor. Daneben gibt es unter anderem noch das Kell- und das MN-System.
Blutgruppen beschreiben, welche Eiweiße, Zucker- und Fettmoleküle ein Mensch auf der Oberfläche seiner roten Blutkörperchen trägt. Diese Moleküle wirken als Antigene. Das heißt, dass sie bei Menschen, die selber nicht diese Moleküle bilden, bei Bluttransfusionen eine Immunreaktion auslösen. Beim Menschen kennt man bisher mehr als 300 solcher Blutgruppen-Antigene. Sie haben verschiedene Funktionen: Einige sind wichtig für den Stoffwechsel, andere scheinen eine Rolle bei der Abwehr von Infektionskrankheiten zu spielen. So nutzt beispielsweise der Malariaerreger vom Typ Plasmodium vivax das Duffy-Blutantigen als Eintrittspforte zu den roten Blutkörperchen. Personen ohne Duffyfaktor sind daher vollständig resistent gegen diese Form der Malaria.
In der Weltbevölkerung sind die Blutgruppen unterschiedlich verteilt. So haben nur 13 Prozent der Mitteleuropäer den Typ B, der die Blutgruppen AB oder B charakterisiert. 17 Prozent der Mitteleuropäer und 25 Prozent der Basken sind rhesus-negativ. Dagegen sind die Nachfahren der Ureinwohner von Australien, Amerika und Ostasien alle rhesus-positiv.





