Die Analysen und statistischen Auswertungen belegten: Frauen, die ein hohes Niveau von Alpha-Amylase in ihrem Speichel aufweisen, haben tatsächlich deutlich geringere Chancen, schwanger zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ist demnach bei jedem Zyklus 29 Prozent geringer als bei Frauen mit geringen Konzentrationen des Stressmarkers. Am Ende der Studie stellte sich sogar heraus: Die gestressten Probandinnen erfüllten doppelt so häufig das Kriterium der medizinischen Definition von Unfruchtbarkeit – über den Zeitraum von 12 Monaten haben sie das Ziel einer Schwangerschaft nicht erreicht.
Den Forschern zufolge ergebe sich aus dem Studienergebnis eine klare praktische Botschaft: Frauen, die Probleme haben schwanger zu werden, sollten über Maßnahmen nachdenken, die der Stressbelastung entgegenwirken. Das kann die Eindämmung von Stressfaktoren sein, aber auch Techniken wie Joga oder Meditation eignen sich zur Senkung des Stressniveaus. „Welche Strategie am besten wirkt, weiß jede Frau meist selbst am besten”, sagt Co-Autorin Germaine Buck Louis. Die Forscher betonen aber auch, dass Stress natürlich nicht der einzige oder wichtigste mögliche Grund für Unfruchtbarkeit ist. Bei ausbleibendem Erfolg sollten Untersuchungen klären, ob nicht eine körperliche Ursache bei Mann oder Frau einer erhofften Schwangerschaft im Wege steht.





