Der Gebrauch von Gesten hilft dem Sprecher, sich in einer Sprache besser auszudrücken. Das haben kanadische Forscher in Untersuchungen mit zweisprachig aufgewachsenen Kindern herausgefunden. Die Wissenschaftler vermuten deshalb einen Zusammenhang zwischen der Sprache, dem Gedächtnis und der Gestik.
Wenn zweisprachig aufgewachsene Kinder eine Geschichte in zwei verschiedenen Sprachen erzählen, gestikulieren sie öfter, wenn sie in diejenige Sprache benutzen, die sie besser beherrschen. Diese Beobachtung der Forscher steht im Gegensatz zu der bisherigen Meinung, dass Gesten den Kindern helfen, sich besser in der Sprache auszudrücken, mit der sie mehr Schwierigkeiten haben.
Der Gebrauch von Gesten helfe, sich an Sprachmuster oder bestimmte Teile der Geschichte zu erinnern und diese zu erzählen, vermutet Elena Nicoladis. “Anfangs dachten wir, die Gesten selbst würden eine Bedeutung haben. Jetzt glauben wir, dass sie eher mit dem Sprachgebrauch zusammenhängen”, sagt Nicoladis.
Wie frühere Studien zeigen konnten, gestikulieren Chinesinnen, wenn sie englisch sprechen, öfter als Chinesen, die diese Sprache schlechter beherrschen. Zudem scheinen acht- bis zehnjährige Mädchen häufiger Gesten zu gebrauchen und mehr von einer Geschichte erzählen zu können als gleichaltrige Jungen. Auch hier ist ein Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Gesten und der Sprachentwicklung sichtbar, denn es ist schon lange bekannt, dass Mädchen sprachliche Fähigkeiten schneller entwickeln als Jungen. Bei Schwierigkeiten mit der Sprache kann es deshalb hilfreich sein, zu gestikulieren.
Elena Nicoladis ( Universität von Alberta, Edmonton) et al.: Pressemitteilung der Universität
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi





