Nicht Einzelkinder sondern Kinder, die mit einem Geschwister aufwachsen, bringen die besten schulischen Leistungen. Das zeigt eine Untersuchung von Maria Iacovou von der Essex-Universität in England . Mit jedem weiteren Geschwister sinken die Noten allerdings, fand die Forscherin.
Doch nicht nur die Anzahl der Kinder in der Familie ist entscheidend. Auch die Reihenfolge, in der die Kinder auf die Welt kamen, spielt laut Iacovou eine Rolle. So bekommt bei Familien mit mehreren Kindern im Schnitt das älteste Kind die besten Noten, das Zweite bessere als das Dritte und so weiter.
Während 57 Prozent der Kinder mit einem jüngeren Geschwister bei den englischen Schulprüfungen mit 16 Jahren mindestens 5 O-levels erreichten ? das entspricht einem guten Realschulabschluß in Deutschland ? schafften das nur 52 der jüngeren Geschwister. Solch gute Ergebnisse erreichten bei drei Geschwistern 49 Prozent von den Ältesten, 44 Prozent der Mittleren und 43 Prozent der Jüngsten. Diese Leistung brachten aber nur 22 Prozent der Kinder mit fünf jüngeren Geschwistern. Einzelkinder schnitten mit 40 Prozent ähnlich ab, wie Kinder mit drei weiteren Geschwistern.
Einzelkinder sind vor allem in mathematischen Fächern schlechter als Kinder mit einem Geschwister. Sprachlich sind sie nicht benachteiligt. Anscheinend werden die sprachlichen und mathematischen Kenntnisse anders erworben, vermutet Iacovou. “Viel Kontakt mit anderen Kindern nach der Schule kann die Nachteile aufheben”, glaubt sie.
Für die Studie untersuchte Iacovou die Daten von 11.000 Menschen, die 1958 in der gleichen Woche geboren wurden. Sie berücksichtigte dabei alle Schul- und Uni-Ergebnisse zwischen 7 und 23 Jahren.
Marianne Diehl





