Patente auf Leben: Jahrhundertelang haben Züchter Pflanzen auf herkömmliche Weise verbessert, ihre Produktivität gesteigert und neue Sorten geschaffen. Und nun kommen ein paar Konzerne daher und meinen, dass sie diese Pflanze erfunden haben? Patente auf Leben sind generell abzulehnen. Der Innovationsanreiz durch Patente wird in diesem Sektor definitiv zum Innovationshemmnis. Durch diese Patente leiden nur kleinere Saatgutproduzenten.
Strikte Regeln für Sorten: Was als Sorte registriert (und damit angebaut) werden kann und darf, ist sehr konkret geregelt. Geringe Abweichungen sind weitgehend ausgeschlossen – aber gerade so wird heute in der bäuerlichen Landwirtschaft angebaut! Diese Landsorten stellen keine “reinen” Sorten dar, sondern Populationen. Aber auch hier soll später Konkretes in den weniger beachteten Verordnungen geregelt werden.
Nachlässigkeit – zu wessen Gunsten? In einigen Bereichen sind die Regelungen sehr strikt – hingegen in denen, die der Saatgutindustrie zugute kommen, nicht. So sollen Zuchtmethoden wie Gentechnik nicht offengelegt werden. Jetzt fragt man sich ja schon, was das soll. Lehnen nicht gerade dies jede Menge Europäer ab? Also ist es ja doch relevant für uns!
Lobby, mach mir ein Gesetz! Von der Verordnung profitieren gerade die weltweit agierenden Saatguthersteller wie Monsanto. Schon heute schrumpft der Marktanteil kleinerer Hersteller beständig, während die sechs größten ihren Marktanteil innerhalb von 17 Jahren verdoppeln konnten. Diese Konzerne und Interessenverbände haben bereits im Vorfeld ihre Vertreter strategisch klug platziert.
Dabei geht es nicht allein um das Saatgut. Konzerne wie Monsanto oder Bayer bieten speziell auf die Pflanzen abgestimmte Dünger und Pestizide an. Zudem handelt es sich bei vielen Sorten um so genannte Hybride. Das sind Pflanzen, die nur im ersten Jahr ertragreich sind. Das treibt Landwirte in die Abhängigkeitsfalle der Saatgut- und Pflanzenschutzmittelkonzerne.
Von diesem monopolistischen Geschäftsverhalten und Einflussnahme auf Politiker durch Hersteller wie Monsanto halte ich nichts. Jeder, der sich mit dieser Saatgutverordnung näher beschäftigt, erkennt, wie stark die großen Unternehmen daran mitgewirkt haben. Die EU-Kommission soll sich den Einwohnern Europas und nicht den wirtschaftlichen Interessen von Lobbyverbänden verpflichtet fühlen!
Derzeit gibt es eine oberflächlich formulierte, aber dennoch unterstützenswerte ePetition mit dem Namen Landwirtschaft – Zulassung von Saatgut. Darin geht es um den aktuellen Entwurf der Saatgutverordnung der EU-Kommission.
Die Infos für diesen Kommentar habe ich entnommen aus der Pressemitteilung der Saatgutkampagne.org.




Michaela Keupp , 26, stammt aus Unterfranken. Sie tritt für die Piraten als Landtagskandidatin in Bayern an. Neben Bildung sind Bürgerbeteiligung und Umweltpolitik ihre Themen. Was ihr 
