Doch diese Annahme erwies sich nun als falsch. Burger und ihr Team fanden anhand genetischer Untersuchungen heraus, dass sich die Gepardenbestände im nordöstlichen Afrika, im südlichen Teil Afrikas und die in Asien in drei deutlich abgrenzbare Gruppen unterteilen lassen, die sich in ihrer genetischen Ausstattung stark voneinander unterscheiden. “Wir vermuten nun, dass sich die Populationen schon vor 30000 bis 70000 Jahren voneinander getrennt haben”, so die Forscherin.
Charruau und Burger arbeiteten bei der Untersuchung der Gepardenpopulationen mit Forschungsgruppen aus Portugal, Deutschland, den Vereinigten Staaten, dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Frankreich und Südafrika zusammen. Für ihre Untersuchungen analysierten sie so genannte mitochondriale DNA und Mikrosatelliten-DNA. Neben Proben von lebenden Tieren aus Gebieten, in denen Geparden heute vorkommen, nahmen die Forschenden auch Proben von Gepardenknochen aus dem Mittelalter, die im Nordwesten des Iran gefunden wurden. Damals hielten Mogulherrscher die Tiere zu Tausenden als Jagdhelfer.
Die einzige noch verbleibende Population asiatischer Geparden im heutigen Iran ist akut bedroht. Weil die iranischen Geparden die letzten Vertreter der asiatischen Unterart sind, stellt ihre Erhaltung für den Iran eine nationale Priorität dar. Der Gepardenbestand im Iran wird heute auf 100 Tiere oder sogar weniger geschätzt, deshalb besteht akuter Handlungsbedarf zur Erhaltung der noch existierenden Population. Gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen hat das Iranische Department für die Umwelt ein umfassendes Arterhaltungsprogramm für die asiatischen Geparden (CACP) ins Leben gerufen.
“Dennoch, um den asiatischen Geparden zu retten, läuft uns die Zeit davon”, sagt Alireza Jourabchian, Leiter des CACP. “Wir konnten die Zahl der Geparden im Iran zwar stabilisieren, haben aber immer noch einen langen Weg vor uns, bis wir den Bestand als abgesichert bezeichnen können. Wir sind zuversichtlich, dass die neuen Forschungsergebnisse die Aufmerksamkeit noch stärker auf dieses Problem lenken werden”, ist Jourabchian überzeugt.





