Gentechniker haben Gummibäume geschaffen, die ein menschliches Eiweiß herstellen. Das Eiweiß kann aus dem milchigen Saft der Bäume, dem Latex, gewonnen werden. Viele Stoffe für Medikamente oder industrielle Zwecke lassen sich auf diese Weise billig herstellen, gaben die Forscher um Hoong-Yeet Yeang vom malaiischen Gummiforschungs-Institut auf einer Konferenz in Lyon bekannt.
Die Forscher führten in die Gummibäume ein zusätzliches Gen für Albumin ein. Das Eiweiß kommt normalerweise im Blut des Menschen vor. Ärzte benötigen das Protein in der Intensivmedizin: Sie verabreichen es Menschen, die künstlich ernährt werden.
Die veränderten Pflanzen stellen mit jedem Milliliter Latex mehrere Milligramm Albumin her. Die Ausbeute lässt sich weiter steigern, sagen die Forscher. Bisher haben sie unter anderem Steuergene von Viren benutzt, die wenig wirkungsvoll waren. Die Steuergene kontrollieren die Aktivität des eigentlichen Albumingens. Inzwischen haben die Forscher jedoch Steuergene ausfindig gemacht, die die Herstellung von Albumin in den Pflanzen weiter ankurbeln.
Da Gummibaumplantagen billig sind, lohnt es sich nach Angaben der Forscher, auch weniger wertvolle Eiweiße herzustellen. Die könnten zum Beispiel in Shampoos oder Waschmitteln verwendet werden.
Nachem die Proteine aus dem Latex gewonnen wurden, kann der Milchsaft für die übliche Herstellung von Reifen und anderen Gummiprodukten weiterverwendet werden, sagen die Forscher.
Dr. Marianne Diehl





