Ein bestimmtes Gen lässt manche Menschen schneller aus der Haut fahren als andere. Das berichten Münchner Neurobiologen in der Fachzeitschrift “Molecular Psychiatry” (Bd. 7, S. 1023).
Die Forscher um Dan Rujescu von der Ludwig-Maximilian-Universität München untersuchten ein Gen, das für die Serotoninproduktion verantwortlich ist. Aggressives Verhalten ist häufig auf eine zu geringe Menge dieses Botenstoffes im Gehirn zurückzuführen. Wie viel Serotonin gebildet wird, hängt wiederum von dem Enzym Tryptophan Hydroxylase (TPH) ab. Von dem Gen, das dieses Enzym bildet, gibt es verschiedene Formen.
Rujescu und seine Kollegen sind nun der Frage nachgegangen, ob die Träger einer Form des THP-Gens aggressiver sind als die Träger einer anderen. Dazu untersuchten sie 240 Freiwillige, von denen 86 zu aggressivem Verhalten neigten. Die Forscher befragten die Versuchsteilnehmer unter anderem, ob sie schnell aggressiv werden oder leicht reizbar sind. Außerdem haben sie ermittelt, welche Form des TPH-Gens bei den Probanden vorliegt. Die Träger einer bestimmten Genform werden schneller wütend als andere, fanden die Neurobiologen.
Heidi Scharvogel





