Manche Menschen müssen sich ständig die Hände waschen, weil sie glauben, sie seien mit gefährlichen Keimen verseucht. Andere reißen sich ein Haar nach dem anderen heraus, weil ihnen irgendetwas sagt, dies tun zu müssen: Möglicherweise sind es Gene, die diese krankhaften Zwangshandlungen “fordern”. Kanadische Forscher entdeckten nun eine Genvariante, das bei solchen Zwangshandlungen eine große Rolle spielt und hoffen nun auf neue Therapien. Das berichtet der britische Nachrichtendienst BBC.
Jeder Mensch unterwirft sich Zwangshandlungen: Nachschauen, ob der Herd auch wirklich ausgestellt ist oder überprüfen, ob das Fenster geschlossen ist. Bei manchen Menschen sind sie aber so extrem ausgeprägt, dass die Zwänge ihr Leben bestimmen: Die Gedanken daran können nicht mehr abgestellt werden. Wahrscheinlich ist das Serotonin, ein Botenstoff im Gehirn, für die Funktionsstörung verantwortlich.
Die Forscher von der Universität Toronto untersuchten ein Gen, das die Kommunikation dieser Botenstoffe untereinander regelt. Sie fanden dabei heraus, dass Personen mit Zwangshandlungen eine charakteristische Version des Gens besitzen ? und dass sie es von ihren Eltern geerbt hatten. Allerdings spielen auch Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Zwangsstörung, kommentieren andere Wissenschaftler die Forschungsergebnisse.
Carolin Muck





