Schweizer Wissenschaftler haben eine Genvariante entdeckt, die mitverantwortlich für ein schlechtes Gedächtnis ist. Das Gen liefert die Information für ein Eiweiß, das an der Weiterleitung von Informationen im Gehirn beteiligt ist. Ist dieses Eiweiß verändert, erfüllt es seine Aufgabe nicht mehr optimal, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (Online-Vorabveröffentlichung vom 19. Oktober, DOI: 10.1038/nn1146). Neun Prozent aller Menschen tragen die veränderte Form des Gens in sich.
Das Forscherteam um Dominique de Quervain von der Universität in Zürich ließen knapp 350 junge und gesunde Personen Worte lernen und testeten anschließend ihr Erinnerungsvermögen. Zudem überprüften die Wissenschaftler, welche Form des Eiweißes bei den einzelnen Studienteilnehmern vorlag. Beide Formen, die übliche und die veränderte, unterscheiden sich nur an einer einzigen Stelle.
Es zeigte sich, dass die Personen mit dem veränderten Eiweiß sich 21 Prozent weniger Worte merken konnten als diejenigen mit der normalen Form. Dieser Unterschied beeinflusste nur das Erinnerungsvermögen und keinerlei andere denkerische Fähigkeiten, schreiben die Forscher. Die Aufgabe des Eiweißes ist es, den Botenstoff Serotonin im Gehirn zu binden und daraufhin entsprechend zu reagieren. Liegt das Eiweiß in seiner veränderten Form vor, fällt diese Reaktion deutlich schwächer aus.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





