Werden durch eine Gentherapie Reparaturmechanismen in Tumorzellen blockiert, verstärkt sich die Wirksamkeit einer Bestrahlung. Darüber berichten Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University in Richmond in dem Fachblatt Journal of the National Cancer Institute.
Die zur Tumortherapie eingesetzte ionisierende Strahlung aktiviert in den Krebszellen den Rezeptor eines Wachstumsfaktors, eines Proteins mit der Bezeichnung EGFR. Dadurch wird ein Schutzmechanismus ausgelöst, der die Strahlungsschäden zum Teil wieder repariert und somit die Effizienz der Strahlentherapie vermindert. Bilden die Tumorzellen aufgrund einer Genmutation ein verändertes EGFR-Protein, wird dieser Reparaturmechanismus blockiert.
Ziel der Arbeitsgruppe von Rupert Schmidt-Ullrich war es, mutierte EGFR-Gene in die Zellen eines Tumors einzuschleusen, um diese durch nachfolgende Bestrahlung effektiver abtöten zu können. Die Forscher arbeiteten mit Mäusen, denen menschliche Brustkrebstumore implantiert worden waren. Der Gentransfer erfolgte mit Adenoviren. Dadurch erhielten 44 Prozent der Tumorzellen das zusätzliche Gen. Auf diese Weise vorbehandelte Zellen zeigten nach Bestrahlung eine um 46 Prozent erhöhte Abtötungsrate.
“Die Krebsarten, für die unsere Methode am besten geeignet wäre, sind räumlich begrenzte, fortgeschrittene Tumore von Kopf und Gehirn”, sagt Schmidt-Ullrich. Die Kombination aus Gentherapie und Bestrahlung müsse zunächst in weiteren Tierversuchen getestet werden. Insbesondere die Effektivität der Genübertragung erfordere weitere Forschungsarbeiten.
Joachim Czichos





