Mithilfe einer Gentherapie ist es Wissenschaftlern des Baylor College of Medicine in Houston gelungen, den erhöhten Cholesteringehalt im Blut von Mäusen dauerhaft zu senken. Das gab Arthur Beaudet auf der Jahrestagung der American Society of Gene Therapy in Seattle bekannt.
Die Forscher arbeiteten mit Mäusen, denen das Gen für das Apolipoprotein E (ApoE) fehlte. Dieser Defekt hat einen Anstieg der Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut zur Folge. Das ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose. Um das fehlende Gen in Zellen der Tiere zu übertragen, wurde das ApoE-Gen in die DNA von Adenoviren eingebaut. Nach Injektion der gentechnisch so veränderten Viren konnte eine Bildung von ApoE in den Leberzellen nachgewiesen werden. Dadurch sank der Cholesterinspiegel deutlich. Beaudet betonte besonders, dass diese Wirkung nicht nur vorübergehend eintrat sondern seit über zwei Jahren anhält.
Langfristiges Ziel der Wissenschaftler ist es, eine ähnliche Form der Gentherapie für Menschen mit genetisch bedingter Störung des Cholesterinstoffwechsels zu entwickeln. Dadurch könnte das hohe Arterioskleroserisiko für diese Patienten gesenkt werden. Im Gegensatz zur teuren medikamentösen Dauerbehandlung wäre mit einer einmalig durchgeführten Gentherapie eine Heilung möglich.
Joachim Czichos





