Wenn es nach dem Willen von Gentechnikern geht, werden Obstbäume demnächst ihre mehrjährige Jugendphase überspringen und bereits im ersten Jahr blühen und Früchte tragen. Spanische Forscher haben Orangenbäume kreiert, die nicht erst nach fünf oder sechs Jahren Früchte hervorbringen, sondern schon nach einem Jahr voll entwickelte Blüten und Orangen bilden. Das berichten Wissenschaftler um Leandro Peña vom Institut für Landwirtschaftliche Forschung in Valenzia im Magazin “Nature Biotechnology”.
Die Gentech-Orangenbäume könnten insbesondere konventionellen Züchtern helfen, schneller neue Orangensorten zu kreieren, erklären die Forscher. Die Züchter könnten die Früchte ihrer Anstrengungen mit den neuen Bäumen bereits nach einem Jahr überprüfen.
Peña und seine Kollegen haben Gene der Ackerschmalwand in das Erbgut der Orangenbäume eingepflanzt. Die Gene mit den Namen LEAFY und AP1 haben Gentechniker in früheren Versuchen bereits in Tabak, Pappeln und Espen eingefügt. Auch diese Pflanzen blühten daraufhin früher, entwickelten jedoch keine normalen Blüten. Mit Orangenbäumen harmonieren die Gene wohl besser, mutmaßen die Forscher.
“Die Arbeit zeigt klar: Die Jugendphase von Bäumen kann mit Blumengenen manipuliert werden”, schreibt die Forscherin Julia Weiss von der Polytechnischen Universität Cartagena (Spanien) in einem Kommentar. “Das eröffnet ein völlig neues Feld in der Pflanzentechnologie.”
Andreas Wawrzinek





