Russische Physiker haben festgestellt, dass die DNA – die Trägerin der Erbsubstanz – unterhalb einer Temperatur von einem Kelvin supraleitend wird. Das berichtet das Institute of Physics. Ein Kelvin entspricht minus 272 Grad Celsius.
A.Y. Kasumov von der Russischen Akademie der Wissenschaften hat zusammen mit Kollegen die elektrische Leitfähigkeit von DNA-Molekülen untersucht. Die Forscher verbanden DNA-Moleküle mit einer Rhenium- und einer Kohlenstoffelektrode. Der Abstand zwischen den beiden Elektroden betrug 0,5 Tausendstel Millimeter. Anschließend kühlten sie die beiden Elektroden soweit ab, dass die verwandten Materialien supraleitend wurden. Dabei wurde die supraleitende Eigenschaft auf die DNA-Moleküle übertragen.
Der dafür verantwortliche physikalische Mechanismus bleibt allerdings unklar. Es ist denkbar, dass die Kontakte lediglich als starke Elektronenlieferanten wirken.
Über der Temperatur von einem Kelvin maßen die Forscher bei der DNA einen elektrischen Widerstand von etwa 100 Kilo-Ohm. Sie glauben, dass die Messung der Leitfähigkeit Biologen bei der Suche nach bestimmten Basenpaaren auf dem DNA-Molekül helfen könnte. Basen sind die Bausteine der DNA-Moleküle.
Axel Tillemans





