Es heißt, bei Frauen ab dreißig beginnt die biologische Uhr zu ticken. Wie schnell die Fruchtbarkeit abnimmt und in welchem Alter die Wechseljahre beginnen, liegt offenbar hauptsächlich in den Genen. Davon berichten holländische Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Human Reproduction.
Die Wissenschaftler um Jan-Peter de Bruin vom medizinischen Zentrum der Universität in Utrecht haben Informationen über 37 eineiige und 22 zweieiige Zwillingsschwestern sowie über über 100 weitere Schwesternpaare gesammelt. Die meisten der Frauen hatten im Rahmen eines lang angelegten Brustkrebs-Forschungsprojektes ihre persönlichen, gesundheitlichen und familiären Daten zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis der Daten-Auswertung: Der Beginn der Menopause ist zu etwa 85 Prozent genetisch bedingt.
Die Forscher gehen davon aus, dass nicht nur das Ende sondern auch die Abnahme der Fruchtbarkeit in den Genen liegt. Eine Frau, die genetisch auf eine frühe Menopause programmiert ist, sollte demnach früher Kinder bekommen als andere Frauen, dafür aber wird sie im Alter weniger fruchtbar sein. “Wenn unsere Hypothese stimmt, sollten sich Frauen beizeiten darüber informieren, in welchem Alter ihre weiblichen Verwandten in die Wechseljahre gekommen sind”, rät de Bruin. Frühe Wechseljahre seien ein deutlicher Hinweis, nicht allzu lange mit dem Kinderkriegen zu warten.
“Dass Frauen immer später das erste Mal schwanger werden, ist die bemerkenswerteste demographische Entwicklung der letzten 30 bis 40 Jahre”, betont de Bruin. “Immer mehr Frauen werden ungewollt kinderlos bleiben, wenn dieser Trend bestehen bleibt.” Doch auch Frauen, die sich aus genetischer Sicht mit der Familienplanung Zeit lassen könnten, sollten daran denken, dass das Risiko für Fehlgeburten und Erbkrankheiten mit dem Alter deutlich steigt.
Die Forscher wollen nun herausfinden, welche Gene die biologische Uhr einer Frau kontrollieren.
Andrea Hoferichter





