Kein Grund zur Beunruhigung?
Deutschen Forschern ist es erstmals gelungen, den sogenannten Gensprung zwischen gentechnisch verändertem Mais und Hähnchen nachzuweisen. Sie fanden Bruchstücke der Mais-Erbsubstanz im Muskelfleisch und in den Organen der Vögel, die man mit Körnern des so genannten “Bt-Mais” gefüttert hatte.
Laut Gerhard Jahreis von der Universität Jena besteht jedoch kein Grund zur Beunruhigung für den Verbraucher. Denn der Mensch nehme täglich bis zu einem Milligramm fremder Erbsubstanz mit der Nahrung auf, die dann ausgeschieden oder im Körper abgebaut werde.
An dem Gemeinschaftsprojekt zur Erforschung des Gentransportes über die Nahrungskette waren auch die TU München, die Bundesanstalt für Fleischforschung und die Universität Braunschweig beteiligt. Die Forscher hatten bei allen untersuchten Tieren Mais-DNA gefunden, jedoch nicht die gentechnisch eingefügten Sequenzen. Laut Jahreis liege dies jedoch am Nachweisverfahren. Vielmehr müsse man davon ausgehen, dass auch Fragmente aus den Bt-Genen ins Hähnchenfleisch gelangen.
An dem Bt-Mais befinden sich gleich drei künstlich veränderte Resistenzgene: Eins gegen Herbizide, eins gegen das Antibiotikum Ampicillin und eins mit dem Gen des Bacillus thuringensis (Bt), das ein Zellgift gegen den Maiszünsler produziert. Besonders gegen das Antibiotika-Resistenz-Gen gibt es in der Fachwelt große Vorbehalte. Denn “eine Übertragung der Antibiotika-Resistenz im menschlichen Darm kann derzeit nicht vollends ausgeschlossen werden”, so Jahreis.
Frieder Graef





