US-Mediziner haben ein Gen identifiziert, das Pilzen wie etwa dem gefährlichen Candida erlaubt, an glatten Plastikoberflächen zu kleben und so genannte Biofilme zu bilden. Die dünnen Pilzbeläge führen an medizinischen Implantaten wie künstlichen Hüften oder Herzklappen häufig zu ernsthaften Komplikationen und enden bisweilen tödlich. Die Forscher hoffen nun, bald neue Medikamente gegen den Biofilm-Befall entwickeln zu können.
Ihre Untersuchungen hatten Gerald Fink und Todd Reynolds vom Whitehead Institute for Biomedical Research an den Genen der Bäckerhefe durchgeführt – einer Verwandten vieler für Menschen gefährlicher Pilzarten, die sich ebenfalls an glatte Plastikoberflächen heftet. Wie in der Fachzeitschrift Science berichtet, hatten sie das Gen, genannt FLO11, identifiziert und entfernt, worauf die Hefe sich nicht mehr an Plastik festklammern konnte.
“Pilze sind eine echte Bedrohung in der Medizin”, sagt Fink. Viele tausend Todesfälle lassen sich auf Pilzinfektionen an Implantaten zurückführen. Der oft einzige Weg, Pilzinfektionen an Implantaten zu bekämpfen, sei es, die Implantate zu entfernen, erklärt Fink.
Frieder Graef





