Das Anpflanzen gentechnisch veränderter Baumwolle kann das Gegenteil von dem bewirken, was angestrebt wurde: Der Hauptschädling der Pflanze, die Larve des Baumwollkapselbohrers Helicoverpa zea, wird nicht mehr abgewehrt, sondern entwickelt Resistenzen. Das haben US-Forscher der University of Arizona in Tucson um Bruce E. Tabashnik in zwei Anbaugebieten von sogenannter Bt-Baumwolle in Mississippi und Arkansas nachgewiesen. Bt-Baumwolle ist gentechnisch so verändert, dass sie ein Toxin produziert, das von dem Bakterium Bacillus thuringiensis stammt. Dieses Gift soll Schädlinge wie die Larven des Baumwollkapselbohrers töten. Als die Wissenschaftler in den Anbaugebieten die Larven mit dem Bt-Toxin „fütterten”, stellte sich heraus, dass viele zwischen 50 und 1000 Mal mehr von dem Gift vertrugen als solche, die noch nie mit dem Stoff in Berührung gekommen waren. Ab einer zehnfach erhöhten Dosis sprechen Forscher von einer Resistenz. Tabashnik meint: „Dies ist der erste Nachweis einer im Freiland entstandenen Resistenz gegen das Bt-Gift einer transgenen Pflanze.”
Experten befürchten jetzt, dass Schädlinge von gentechnisch verändertem Mais ebenfalls resistent werden – und so eine Spirale von weiteren Erbgutveränderungen bei Nutzpflanzen in Gang gesetzt wird. Insgesamt belaufen sich die weltweiten Anbauflächen von Bt-Mais und Bt-Baumwolle auf rund 162 Millionen Hektar.





