Deutsche Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das für die häufigste erbliche Herzkrankheit mitverantwortlich ist. Das Gen enthält den Bauplan für ein Eiweiß, das die Entwicklung des Herzmuskels reguliert und bei der Aufrechterhaltung der Struktur der Herzmuskelzellen eine Rolle spielt. Über ihre Entdeckung berichten die Wissenschaftler um Christian Geier und Karl Josef Osterziel von der Charité in Berlin im Fachmagazin “Circulation” (Nr. 107, S. 1390).
Die Kardiologen entdeckten bei Mitgliedern dreier Familien eine Veränderung dieses so genannten MLP-Gens. Alle Betroffenen zeigten Zeichen einer häufigen Herzerkrankung, der Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM). Diese Krankheit macht sich durch eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bemerkbar. Typisch für die Krankheit sind die bei Anstrengung auftretende Luftnot und das Druckgefühl auf der Brust. Viele Betroffene haben jedoch keine oder nur sehr gering ausgeprägte Beschwerden, so dass die Erkrankung in vielen Fällen unbemerkt verläuft. Im Extremfall kann HCM zu einem plötzlichen Herztod selbst in jungen Jahren führen.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald





