Genmanipulierte, schädlingsresistente Baumwolle kann die Erträge im Vergleich zu herkömmlichen Pflanzen erheblich steigern. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam bei Feldversuchen in Indien herausgefunden. Vor allem in den Tropen und Subtropen könnten Bauern von den schädlingsresistenten Pflanzen profitieren, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Science” (Bd. 299, S. 900).
Matin Qaim von der Universität Bonn und seine Kollegen baten knapp vierhundert indische Farmer, drei verschiedene Baumwollsorten auf benachbarten Feldern anzubauen: die gentechnisch hergestellte Bt-Baumwolle, die dank eines Bakteriengens ein Insektizid gegen den Baumwollkapselwurm produziert, die gleiche Baumwolle ohne das Bakteriengen und eine in Indien sehr beliebte Baumwollsorte.
Die Erträge der Bt-Baumwolle waren um 80 Prozent höher als die der verwandten Sorte und um 87 Prozent höher als die der indischen Baumwolle. Zudem mussten bei der gentechnisch veränderten Baumwolle 70 Prozent weniger Pestizide eingesetzt werden, fanden die Wissenschaftler.
Das Ergebnis ist überraschend, da bisherige Versuche in den USA, China oder Argentinien diese enorme Ertragssteigerung bei weitem nicht erreichen konnten. Teilweise brachten die Genpflanzen sogar weniger ein. In diesen Ländern ist der Schädlingsdruck jedoch nicht so hoch wie in Indien, sagen die Forscher. Zudem nutzen die dortigen Bauern weit mehr Pestizide. Während in Indien mehr als fünfzig Prozent der Ernte Schädlingen zum Opfer fällt, sind es in den USA beispielsweise lediglich etwa 12 Prozent.
Ein weiterer Vorteil der Bt-Baumwolle sei, dass sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch in der Anwendung wesentlich einfacher sei als Pestizide, sagen die Forscher. Insektenvernichtungsmittel müssen genau zum richtigen Zeitpunkt angewandt werden, um zu wirken, während bei der Genpflanze lediglich die Samen ausgetauscht werden. Qaim plädiert dennoch dafür, mögliche Risiken der Gentechnologie ernst zu nehmen: “In allen bisherigen Studien hat sich Bt-Baumwolle als unbedenklich für Mensch und Umwelt erwiesen; das sollten wir aber für jede neue Anwendung individuell testen.”
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





