Doch bei Affen scheiterte diese Klonmethode bisher. Ein 1999 erfolgreicher Klonversuch bei einem Rhesusaffen war nur deshalb erfolgreich, weil Forscher dabei Zellen von einem frühen Embryo abtrennten – sie ahmten damit einfach die natürliche Entstehung von eineiigen Zwillingen nach. Die Erzeugung von Klonkopien einer somatischen Zelle gelang jedoch nicht. Der Grund: Die bereits differenzierten Zellen von Primaten lassen sich nicht so einfach wieder in den embryonalen Zustand zurückversetzen wie die anderer Säugetiere. Um sie zu reprogrammieren, sind Methoden nötig, die entscheidende, im adulten Zustand abgeschaltete Gene wieder aktivieren, wie Zhen Liu und seine Kollegen vom Labor für Primatenneurobiologie in Schanghai erklären. “Wir haben verschiedenen Ansätze versucht, aber zunächst schien keiner zu funktionieren”, berichtet Seniorautor Qiang Sun. “Erst nach vielen Fehlschlägen gelang es uns, auf diese Weise erfolgreich einen Affen zu klonen.”
Erfolgreiche Geburt
Für ihr Klon-Experiment entnahmen die Forscher zunächst einem Langschwanzmakaken-Fötus einige Bindegewebszellen, sogenannte Fibroblasten. Aus diesen entfernten sie den Zellkern und verpflanzten ihn in eine zuvor entkernte Eizelle. Nachdem dieser eingewachsen war, fügten die Wissenschaftler einen Cocktail aus speziellen Enzymen hinzu, die die Anlagerungen am Erbgut des Zellkerns veränderten und so die Reprogrammierung auslösten. Von den insgesamt 109 auf diese Weise erzeugten Klon-Eizellen entwickelten sich 79 weiter. Sie wurden 21 als Leihmüttern dienenden Makakenweibchen eingepflanzt. Einen Monat später ergaben Kontrolluntersuchungen, dass vier dieser Affenweibchen trächtig waren – in ihnen entwickelten sich geklonte Affenjunge. Zwei dieser Ungeborenen jedoch starben schon in den ersten zwei Monaten und gingen als Fehlgeburt ab, wie die Forscher berichten.
Bei zwei geklonten Affenjungen gelang das Experiment: Sie blieben gesund und wurden mittels Kaiserschnitt geboren. Ersten Untersuchungen nach entwickeln sich die beiden Jungtiere normal. “Beide Affenkinder, Zhong-Zhong und Hua-Hua getauft, sind in gutem Zustand und bekommen nun die Flasche”, sagen Liu und seine Kollegen. Diese Jungtiere sind damit die ersten lebenden Affen, die durch die Dolly-Methode produziert wurden. “Das beweist, dass das Klonen von nichtmenschlichen Primaten durch den somatischen Zellkern-Transfer machbar ist”, konstatieren die Forscher. Im Unterschied zu Dolly allerdings gelang ihnen dies bisher nur mit Ausgangszellen, die aus einem Fötus stammten. Bei einem parallelen Experiment mit adulten Affenzellen als Zellkernspendern entwickelten sich zwar ebenfalls zwei geklonte Jungtiere, diese starben aber wenige Stunden nach der Geburt, wie die Wissenschaftler berichten. Sie führen dies darauf zurück, dass die Reprogrammierung der adulten Zellen offenbar auch mit den ergänzenden Enzymgaben weniger effektiv ist.





