Wissenschaftler haben die für die Zeitwahrnehmung zuständigen Gehirnregionen entdeckt. Diese Ergebnisse könnten neue Wege für die Behandlung von Parkinson, Huntington und anderen Krankheiten, die durch Störungen in der Zeitwahrnehmung charakterisiert sind, aufzeigen.
Die Wissenschaftler vom Medical College of Wisconsin in Milwaukee und des Veterans Affairs Medical Center in Albuquerque um Stephen M. Rao, Professor für Neurologie am Medical College und Erstautor der Studie, veröffentlichen ihre Ergebnisse in der März-Ausgabe von Nature-Neuroscience. Ihre Studie zeigt als erste überhaupt, dass das “Zeitgebersystem” in den Basalganglien, einer funktionellen Einheit von Kerngebieten im Gehirn, die der Bewegungskoordination dienen, lokalisiert ist. Eine Störung im Bereich der Basalganglien führt etwa zu Beeinträchtigungen im Bewegungsablauf, wie sie beispielsweise bei der Parkinson-Krankheit auftreten. Mit diesem Ergebnis widersprechen die Forscher dem langjährigen und weit verbreitetem Glauben, dass die Struktur im Gehirn, die für die Zeitwahrnehmung zuständig ist, im Kleinhirn liege.
“Wir glauben, dass unsere Entdeckungen zu einem besseren Verständnis neurologischer Krankheiten führen können”, sagt Rao. “Nachdem man das Gebiet im Gehirn, das das Empfinden für Zeit kontrolliert, identifiziert hat, können Wissenschaftler nun die krankhaft falsch funktionierende Zeitwahrnehmung genauer untersuchen.” Solche Störungen gibt es etwa bei Parkinson oder dem so genannten Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ( ADHD, Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder).
Nicole Waschke





