Die bisher größte Simulation von Gehirnfunktionen am Computer ist deutschen und japanischen Forschern gelungen. Das Team um Markus Diesmann und Abigail Morrison vom Forschungszentrum Jülich erstellte ein Modell, das die Verschaltung von 1,73 Milliarden Nervenzellen darstellt. Sie sind über insgesamt 10,4 Billionen Kontaktstellen miteinander verbunden. Mit dem Modell kann die biologische Aktivität der Nervenzellen nachgestellt werden. Trotz seiner enormen Größe entspricht das Netzwerk aber nur einem Prozent des menschlichen Gehirns. Für ihre Simulation benutzten die Wissenschaftler den viertschnellsten Computer der Welt – den „ K Supercomputer”, der im japanischen Kobe steht. Er benötigte für die Berechnung rund 40 Minuten. Das Modell, für das alle knapp 83 000 Prozessoren des Computers gebraucht wurden, belegt etwa ein Petabyte Speicherplatz. Das entspricht dem Arbeitspeicher von 250 000 PC. Die Forscher hoffen, dass ihnen diese bisher genaueste Simulation der Hirnaktivität bei der Suche nach den Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer weiterhilft.





