Die Entwicklungsgeschichte des Lebens auf unserem Planeten verlief turbulent: Nach Phasen starker Entfaltung kam es immer wieder zu teils heftigen Einbrüchen, bei denen viele Arten ausstarben. Am berühmtesten ist dabei wohl das katastrophale Ende des Zeitalters der Dinosaurier durch den Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren. Doch es gab auch schon viel früher – vor 252 Millionen Jahren – bereits eine hoch entwickelte Lebenswelt, die in einer globalen Katastrophe fast vollständig unterging.
Im ersten Artikel des vierteiligen Titelthemas „Die Welt der Saurier“ beleuchtet der BDW-Autor Timm Schröder zunächst, was über das große Massenaussterben am Übergang vom Perm- zum Trias-Zeitalter bekannt ist. Man geht demnach davon aus, dass gigantische Vulkanausbrüche und eine anschließende Klimakatastrophe die Erde weitgehend lebensfeindlich gestaltet haben. Die Folge war das größte Artensterben der Erdgeschichte, denn nach dem Inferno blieb kaum noch etwas von der einst bunten Lebenswelt übrig. Doch wie der Autor berichtet, häufen sich nun die Hinweise darauf, dass mehr Arten überlebt haben, als lange gedacht. Offenbar konnten sie in einigen wenigen „Oasen“ überdauern. Als sich im Erdzeitalter Trias die Bedingungen dann wieder besserten, bildeten sie die Grundlage für einen evolutionären Boom, geht aus dem Artikel „Das große Sterben“ hervor.
Sonderausstellung „Triassic Life“
„Die Trias war ein evolutionäres Experiment“, sagt der Paläontologe Stephan Spiekman vom Naturkundemuseum Stuttgart in einem Interview, das die BDW-Redakteurin Salome Berblinger geführt hat. Neben den Ursachen für die intensive Entwicklung der Lebenswelt nach der Klimakatastrophe steht ein besonders skurriles Trias-Wesen im Fokus, das Spiekman und seine Kollegen kürzlich wissenschaftlich beschrieben haben. Das Reptil Mirasaura grauvogeli besaß demnach einen Fächer aus einer zuvor unbekannten Struktur. Zu bewundern ist eine Nachbildung dieses „Wundersauriers“ in der aktuellen Sonderausstellung „Triassic Life“ im Naturkundemuseum Stuttgart. Dort begegnen den Besuchenden auch viele weitere Tiere aus dem Erdzeitalter der Trias.
Im dritten Teilartikel geht es dann um eine Entwicklung des Trias-Zeitalters, die das Leben auf der Erde nachhaltig prägen sollte: Die ersten Vertreter der Dinosaurier entstanden nach dem Massenaussterben und breiteten sich bereits beachtlich aus. Davon zeugen Funde aus dem schwäbischen Trossingen, berichtet der BDW-Autor Klaus Jacob. Im Artikel „Das Leben danach“ beschreibt er diese besondere Fossilienlagerstätte und die seltsamen Kreaturen, die hier vor rund 210 Millionen Jahren lebten.





