Gadagkar und Bhadra untersuchten nun, wie sich die Feldwespen verhalten, wenn die Königin plötzlich verschwindet. Dazu teilten sie das Wespenvolk in zwei Hälften, wobei sich in einer Hälfte die Königin befand. Sie beobachteten beide Nesthälften einen Tag lang und tauschten dann die Königin und diejenige Wespe, die sich als Nachfolgerin herausgestellt hatte, zwischen den Nestern aus. Nun registrierten sie, ob die mögliche Thronfolgerin auch von der zweiten Hälfte der Wespen als solche akzeptiert wurde.
Bei etwa der Hälfte der acht beobachteten Wespennester wurde die zuerst gewählte Nachfolgerin auch von der zweiten Hälfte des Wespenvolkes akzeptiert. Bei den übrigen Nestern gab es jeweils zwei verschiedene Kandidatinnen für die Nachfolgerin. Allerdings trat nach einem weiteren Austausch nie eine dritte Wespe als Thronfolgerin auf. Zudem fiel auf, dass sich die erste mögliche Nachfolgerin in der zweiten Nesthälfte sehr zurückhaltend und wenig aggressiv verhielt, wenn dort eine weitere Kandidatin in Erscheinung trat ? und zwar, noch bevor diese durch ihr Verhalten aufgefallen war.
Diese Beobachtungen sprechen dafür, dass sowohl die möglichen Thronfolgerinnen als auch die übrigen Feldwespen bereits wissen, wer die “echte” Nachfolgerin der Königin ist. Der Grund dafür könnte sein, dass die Thronfolgerin bestimmte Duftstoffe abgibt, an denen die anderen Wespen sie erkennen, vermuten Gadagkar und Bhadra. Die Nachfolgerin sei daher wahrscheinlich nur scheinbar geheim und nur für den menschlichen Beobachter nicht als solche erkennbar.





