Tatsächlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Gedächtnisleistung zu verbessern – Pillen, Magnet- oder Strompulse sind dafür nicht nötig. Eine davon ist weithin bekannt: der Einsatz von Eselsbrücken. “Schütte Wasser zur Säure und es passiert das Ungeheure.” Die dauernde Präsenz dieses Merksatzes im Hirn des Autors hat einst in seinem Alltag im chemischen Labor manchen Unfall verhindert. Richtig ist es umgekehrt: Man muss die Säure ins Wasser geben, damit es nicht gefährlich spritzt.
Die Eselsbrücke für Elefanten
Nicht alle Eselsbrücken sind gereimte Merksätze. Wer etwa den Unterschied zwischen afrikanischen und indischen Elefanten im Gedächtnis behalten möchte, kann vor seinem geistigen Auge den großen Kontinent Afrika und das kleinere Indien an sich vorbeiziehen lassen – und erinnert sich dann, dass afrikanische Elefanten afrikaähnliche große Ohren und indische Elefanten kleinere Ohren haben.
Die Fähigkeit des Gehirns, bildliche Vorstellungen miteinander zu verknüpfen, ist die Grundlage der meisten Mnemotechniken (von griechisch “mneme”, Gedächtnis). Ein einfaches Beispiel dafür ist das Zahl-Form-System: Es ordnet jeder Ziffer von Null bis Neun ein Symbol zu, das eine ähnliche Form besitzt. Bei einer Null wäre das beispielsweise ein Autoreifen, bei einer Eins eine Kerze, bei einer Zwei eine Ente, die Drei wird zu einem Herz ergänzt, bei der Vier wäre das Symbol ein Segel und so weiter. Kennt man seine Zahl-Form-Kombinationen auswendig, so kann man sich etwa Telefonnummern leicht einprägen, indem man sich zu jeder davon eine kleine Geschichte ausdenkt, in der die Symbole in der richtigen Reihenfolge vorkommen. Je einmaliger und absurder die Geschichten, umso besser erinnert man sich später an sie. Beispiel: Ein verliebter Segler stößt mit einer Ente zusammen – 342.
Ein Raum zum Erinnern
Einfach und effizient ist auch die Loci-Technik (Plural von lateinisch “locus”, Ort), die insbesondere hilft, sich Abfolgen schwieriger Sachverhalte zu merken. Der Trick ist, sich den Weg durch einen Raum vorzustellen, etwa durch das eigene Wohnzimmer oder durch ein Bürogebäude. An verschiedenen markanten Punkten legt man dabei die Informationen ab, die man sich merken möchte – und stellt sich das bildlich vor. Um die gespeicherten Informationen wieder abzurufen, spaziert man in Gedanken durch den wohlbekannten Raum. Verblüffend ist, dass einem dabei die abgelegten Informationen automatisch wieder in den Sinn kommen. Der Raum, den man sich in Gedanken vorstellt, ist zum Informationsspeicherplatz geworden, der sich immer wieder neu verwenden lässt.
Das Erinnerungsvermögen macht nur einen – wenn auch wichtigen – Teil der Geisteskraft aus, die Hirndoping-Mittel verbessern sollen. Auch “zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie des emotionalen und sozialen Wohlbefindens” gibt es “kurzfristig anwendbare Alternativen”, schrieb 2011 die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Auf der “Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin und Sportwissenschaft” spricht die DHS unter anderem folgende Empfehlungen aus:





