In dem Nahrungsnetz waren jedoch keine Fremdorganismen vertreten, die nach 1945 eingeführt wurden. Dies, so Memmot, lasse darauf schließen, dass die biologische Bekämpfung heute sicherer geworden sei. Hawaii blickt auf eine lange Geschichte an eingeführten Arten zurück. Seit 1890 wurden über 800 Freisetzungsversuche von Nützlingen mit insgesamt 681 Arten durchgeführt. Davon haben sich 254 Arten dauerhaft in Hawaii etabliert. Doch mindestens 33 Arten haben sich nunmehr als ausgesprochene Schädlinge herausgestellt.
Wenn man die biologische Schädlingsbekämpfung mit zusätzlich eingeführten Nützlingen nicht sehr vorsichtig handhabt, können riesige Ökosysteme dauerhaft zu Schaden kommen. Dies haben britische Forscher an den heute auf Hawaii lebenden Fremdorganismen festgestellt. Insgesamt jedoch sei die biologische Bekämpfung heute deutlich sicherer als früher.
Einige der Nützlinge haben den Lebensraum, in dem sie ausgesetzt wurden, verlassen und angefangen einheimische Arten zu befallen, erklären Jane Memmot und Laurie Henneman von der University of Bristol in der Fachzeitschrift Science. Sie hatten ganze Nahrungsketten von Parasiten, Pflanzen, Schmetterlingen und Motten untersucht, um den heutigen Einfluss fremder Organismen auf die heimische Flora und Fauna zu testen.
Frieder Graef





