Die unkontrollierte Einnahme von Heilkräutern oder pflanzlichen Arzneimitteln gemeinsam mit synthetischen Medikamenten kann gefährlich werden, warnen Biomediziner von der Washington University in St. Louis, USA. Es könne zu Interaktionen der Arzneimittel mit teilweise fatalen Folgen kommen.
Die Selbstmedikation mit Naturheilmitteln ist ein Teil unseres Alltags geworden, so Memory Elvon-Lewis, Professorin für Mikrobiologie, Ethnobotanik und Biomedizin. Es sei ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sogenannte natürliche Medikamente ungefährlich seien und keine unerwünschten Wirkungen hätten. Aus diesem Grunde erwähnten viele Patienten gegenüber Ärzten oft nicht, dass sie pflanzliche Arzneimittel zu sich nehmen. Auf der anderen Seite wüssten die nach westlichen Standards ausgebildeten Ärzte meist nicht viel über Heilkräuter und Naturheilkunde.
Im “Journal of EthnoPharmacology” geht Elvin-Lewis nach Angaben der Universität auf verschiedene unerwünschte Wirkungen von pflanzlichen Arzneimitteln ein. So könnten diese allergische Reaktionen auslösen, innere Organe schädigen oder über die Muttermilch auch von Säuglingen aufgenommen werden. Die Professorin weist darauf hin, dass die Wirkungen vieler Naturheilmittel nicht oder nur unzureichend untersucht seien. Die Wirkung könne je nach geographischer Herkunft, Art der Herstellung oder Zusammensetzung variieren.
Nach Erhebungen in den USA behandeln sich ein Drittel aller Patienten selbst mit unkonventionellen Mitteln. Die meisten dieser Patienten haben chronische Krankheiten. Eine Behandlung mit Naturheilmitteln sollte nur auf seriöser wissenschaftlicher Basis erfolgen, so Elvin-Lewis. Auch der Arzt sollte vom Patienten darüber informiert werden.
Dr. Thomas Meißner





