Dass Darmentzündungen mit der Entstehung von Darmkrebs zusammenhängen, wurde schon seit Längerem vermutet. Jetzt hat ein internationales Forscherteam um Clemens Neufert vom Universitätsklinikum Erlangen einen Mechanismus entdeckt, der diese Vermutungen bestätigt.
Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte Bindegewebszellen – die Tumorfibroblasten – in entzündlicher Umgebung die Produktion des Wachstumsfaktors Epiregulin stark fördern. Von diesem Schlüsseleiweiß war bisher nur bekannt, dass es die Wundheilung im Darm bei Entzündungsreaktionen unterstützt. Daher hatten die Forscher auch zunächst vermutet, dass Epiregulin das Tumorwachstum hemmt. Doch das stellte sich als Irrtum heraus. Die Wissenschaftler entdeckten nämlich, dass Epiregulin in einer Art Doppelrolle auch aktiv das Wachstum von Darmkrebs beschleunigt. Neufert hofft jetzt, dass diese Erkenntnis hilft, neue Methoden zur medikamentösen Behandlung von Darmkrebs zu entwickeln.





