In seinen zehnjährigen Forschungen in den Nationalparks im südlichen Afrika ist der Zoologe zu dem Ergebnis gekommen, dass mit dem Rückgang des Nahrungsmittelangebots bei den Elefanten auch die Fähigkeit sinkt, Nachwuchs hervorzubringen. “Lange bevor die Population die Grenze der Tragfähigkeit erreicht und die Umgebung schädigt, fällt die Geburtenrate”, berichtet Ben-Sharar. Das ökologische Gleichgewicht stelle sich von selbst und ohne menschliches Zutun ein.
Wissenschaftler warnen immer wieder davor, die Elefantendichte in den Nationalparks zu groß werden zu lassen. Da die Reservate zum Schutz von Farmland häufig mit Zäunen umschlossen sind, können die grauen Riesen auf der Suche nach Nahrung nicht mehr umherziehen. Die Folge sei eine Zerstörung der Vegetation und eine Schädigung des ökologischen Gleichgewichts. Ben-Sharar widerspricht jedoch diesen Warnungen. Feuer, Insekten und Krankheiten würden der Vegetation vielfach deutlich größere Schäden zufügen als die Elefanten.
In Afrika lebten nach Schätzungen von 1994 rund 600.000 Elefanten. Während die Bestände in Zentral- und Ostafrika in den vergangen Jahrzehnten dramatisch gesunken sind, haben sie im südlichen Afrika dank strenger Schutzmaßnahmen so stark zugenommen, dass sie vielfach als Bedrohung für das Gleichgewicht in den Nationalparks angesehen werden.
Seit bald zwanzig Jahren werden deshalb geeignete Tiere herausgefangen und für Wiederansiedlungsprojekte “verpflanzt”. Allein in Südafrika wurden so 43 neue Populationen mit über 1.000 “Umsiedlern” geschaffen. Doch auch mit Hilfe staatlich kontrollierter Abschüsse ? ” Culling” genannt ? hofft man, Überbevölkerung unter den Dickhäutern zu verhindern. Diese Aktionen sind jedoch auch in der örtlichen Bevölkerung sehr umstritten.





