Mit seinen kleinen Ohren, der charakteristisch spitzen Schnauze und dem stacheligen Rücken ist der Igel ein beliebtes Wildtier, das früher vor allem auf dem Land anzutreffen war. Doch die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft hat den Lebensraum des Insektenfressers stark gewandelt. Durch den Einsatz von Monokulturen und Pestiziden sind viele seiner natürlichen Rückzugsorte und Nahrungsquellen verloren gegangen. Allein in Bayern hat sich der Igel-Bestand in den letzten zehn Jahren halbiert, im Oktober 2024 stufte die Weltnaturschutzunion IUCN das Tier auf ihrer Roten Liste auf „potenziell gefährdet hoch“.
Igeltore für freie Wege
Durch die Verdrängung aus ihrem ursprünglichen Lebensraum sind die stacheligen Winterschläfer heutzutage auch häufiger in Siedlungsgebieten anzutreffen. Die Suche nach Nahrung und geeigneten Unterschlüpfen ist für die Tiere in stark gepflegten Gärten, Parks und Schotterflächen aber oft schwierig. Ohne Hecken und Sträucher finden Igel kaum Rückzugsorte, außerdem machen Mauern, Zäune und hohe Bordsteinkanten ihre Suche zu einem Hindernislauf und trennen die Tiere auch voneinander ab. Ihnen bleibt dadurch nur ein winziges Gebiet, in dem es oft nicht genug Nahrung gibt, sofern sie nicht das gefährliche Navigieren über Gehweg und Straße riskieren wollen.
Offizielle Zahlen für Deutschland gibt es nicht, aber die Deutsche Wildtierstiftung schätzt, dass etwa eine halbe Millionen Igel jährlich im Straßenverkehr umkommen. Um den Bedürfnissen der Igel entgegenzukommen und ihr Überleben zu unterstützen, hat sie darum das Projekt “Igeltore” ins Leben gerufen. Ziel der Aktion ist die Verbindung von Gärten und Parks untereinander, indem kleine Durchgänge oder Rampen für Igel geschaffen werden. Das begehbare Netzwerk soll Igeln die Möglichkeit geben, auf der Suche nach Nahrung freier und sicherer zwischen verschiedenen Lebensräumen zu wandern, ohne auf die Straße ausweichen zu müssen.
Darauf solltest du bei Igeltoren achten
Um den Igeln zu helfen, können Gartenbesitzer ganz einfach einen Durchgang in ihren Zäunen, Mauern oder Toren schaffen: Für die Igeltore reicht ein Durchmesser von lediglich 13 Zentimetern. Dazu muss nur ein kleiner Ausschnitt in den Zaun geschnitten oder eine Lücke in einer Mauer geschaffen werden. Wichtig ist, dass der Durchgang direkt am Boden liegt, damit die Igel problemlos hindurch gelangen können. Zudem sollten an den Seiten dieser Durchgänge keine scharfen oder spitzen Ecken herausragen, an denen die Tiere sich verletzen könnten.
Idealerweise befindet sich das Igeltor am Rand des Gartens oder in der Nähe von schützenden Hecken und Sträuchern. Diese Plätze bieten den Igeln ein Gefühl der Sicherheit und ermöglichen es ihnen, sich ungestört zu bewegen und ihre Umgebung zu erkunden. Außerdem sollte der Durchgang nicht in Richtung der Straße zeigen, um das Risiko zu minimieren, dass die Tiere dorthin geleitet und überfahren werden. Wer sein Igeltor zusätzlich noch hübsch gestalten will, kann auf der Webseite der Deutschen Wildtier Stiftung die Vorlage für einen Torrahmen und ein Erklärvideo zur Installation finden.






