Anscheinend lassen sich auch niedere Affen von einem herzhaften Gähnen anstecken, wie britische Forscher der University of Stirling um Annika Paukner beobachtet haben. Bisher war dies nur von Schimpansen bekannt. Paukner und ihr Team hatten einer Gruppe von 22 Bärenmakaken (Macaca arctoides) einen Film mit Artgenossen vorgespielt, die gähnten. Während dieses Videos gähnten die zuschauenden Tiere weitaus häufiger als bei einem Film, in dem keine Bärenmakaken vorkamen, die ihr Maul aufrissen – im Durchschnitt 2,4-mal mehr.
Beim Menschen haben frühere Studien gezeigt, dass sich 42 bis 55 Prozent aller Erwachsenen von Gähnen anstecken lassen. Dieses Verhalten führen Psychologen auf Mitgefühl und Verständnis für das gähnende Gegenüber zurück. Dies sei aber nicht ohne Weiteres auf die Makaken zu übertragen, sagt Paukner. Die Verhaltensforscherin hält es auch für möglich, dass die Affen in einer Abwehrreaktion ihre Eckzähne zeigten – also nur scheinbar gähnten.





