Erhöhte Blutwerte der bei Entzündungen gebildeten Proteine Interleukin-6 (IL-6) und C-reaktives Protein (CRP) vergrößern das Risiko, an Diabetes vom Typ II zu erkranken. Das haben amerikanische Wissenschaftler vom Brigham and Women’s Hospital in Boston herausgefunden und im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.
Paul Ridker und seine Mitarbeiter werteten in ihrer Studie die Daten von über 27 000 Frauen aus. Alle waren älter als 45 Jahre. 188 davon erkrankten im Laufe der vierjährigen Untersuchung an Diabetes. Dabei war die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um so größer, je höher die Konzentration an IL-6 oder CRP im Blut war. Das größte Risiko hatten Frauen mit erhöhten Werten beider Faktoren.
IL-6 und CRP werden bei Infektionen, Verletzungen und anderen entzündlichen Prozessen vorübergehend vermehrt gebildet. Dauerhaft erhöhte Konzentrationen beider Proteine sind als Risikofaktoren für Herzkrankheiten bekannt. Ridker hält einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen für möglich. “Eine Entzündung könnte die gemeinsame zugrunde liegende Ursache sein.” Für die Einführung von Routinetests auf IL-6 und CRP sei es aber noch zu früh. “Diese Ergebnisse sollten dazu anregen, Entzündungsprozesse im Zusammenhang mit Diabetes zu erforschen”, sagt Ridker.
Diabetes mellitus vom Typ II tritt erst im Erwachsenenalter auf. Kennzeichnend ist, dass der Körper das zur Regulation des Zuckerstoffwechsels benötigte Insulin zwar bildet, das Hormon aber seine Wirksamkeit verloren hat.
Joachim Czichos





