Frühgeburten mit einem extrem geringen Geburtsgewicht von unter 1000 Gramm leiden während ihrer Kindheit öfter an Verhaltensproblemen als normalgewichtige Babys. Dies ergab eine internationale Untersuchung durch die TNO Prevention and Health. Die Ergebnisse dieser Studie haben die Forscher in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht.
Das von Elysée Hill geführte Team untersuchte 408 Kinder aus Amerika, Kanada, den Niederlanden und Deutschland, die mit extrem geringem Gewicht auf die Welt gekommen waren. Im Alter von acht bis zehn Jahren zeigten die Kinder Verhaltensauffälligkeiten wie Aufmerksamkeitsstörungen und Probleme mit Sozialkontakten und in der Schule. Dies könnten Langzeitfolgen einer zu frühen Geburt sein, äußerten die Wissenschaftler. Kulturelle Ursachen hingegen können ausgeschlossen werden, da sich die typischen Verhaltensstörungen in allen vier untersuchten Kulturbereichen ähnelten.
Bislang war bekannt, das Frühchen ein erhöhtes Risiko tragen, eine geistig verzögerte Entwicklung durchzumachen oder an cerebraler Lähmung, Taubheit und Blindheit zu erkranken. Die Gehirnschäden können auf Komplikationen während der Schwangerschaft, der Geburt oder nach der Geburt beruhen. Je erfolgreicher die Medizin extreme Frühgeburten mit hohem Erkrankungsrisiko am Leben erhält, desto mehr häufen sich natürlich auch die Folgeschäden, wie Verhaltensprobleme, sagte Hill.
Die Ärzte raten deshalb, Frühgeborene besonders aufmerksam zu beobachten und medizinisch zu überwachen, damit eventuell auftretende Schäden rechtzeitig erkannt und möglichst behandelt werden können.
Dr. Dagmar Knopf





