Frühgeborene können offenbar ihr ganzes Leben unter den Ängsten und der Trennung von der Mutter nach ihrer Geburt leiden. Das ergab eine israelische Studie an fünfzig Teenagern im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die zu früh mit einem sehr geringen Geburtsgewicht zur Welt gekommen waren. Die Teenager hatten mehr Todesängste und konnten schlechter mit traurigen Ereignissen umgehen als ihre Altersgenossen, berichten Mediziner in dem Fachmagazin “Death Studies” (Bd. 26, S. 523).
In den ersten Tagen ist die Todesgefahr bei Frühgeborenen sehr viel höher als nach normalen Geburten. Diese Erfahrung scheint sich tief in das Gedächtnis der Kinder eingeprägt zu haben, sagt Ofra Lubetzky vom Universitätskrankenhaus in Tel Aviv. Auch die Trennung von ihren Müttern in den ersten Lebenstagen gehört zu den Erfahrungen der Kleinen und erschwert den Aufbau von Bindungen. Außer bei Frühgeborenen wird angstvolles Verhalten häufig bei Kindern mit einem gestörten Vehältnis zu ihren Eltern beobachtet, erklärt Lubetzky.
Frühgeborene mit einem sehr geringen Geburtsgewicht sollten daher auch als Heranwachsende noch eine begleitende Unterstützung von Ärzten und Psychologen erhalten, schlägt die Forscherin vor.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





