Das Londoner Harold Wood Hospital bietet seinen schwangeren Patientinnen mit dem Vorsorgeprogramm Oscar (one stop cuncelling, assesment and risk clinic) eine Untersuchung von möglichen genetisch bedingten Erkrankungen während einer nur einstündigen Untersuchung in der 11. Schwangerschaftswoche an. In der Zeit, in der im Labor die Bluttests der Schwangeren analysiert werden, ergänzt eine Ultraschalluntersuchung zur Bestimmung der Nackentransparenz des Feten die Vorsorgemaßnahme.
Die Bluttests basieren auf der Untersuchung des Schwangerschafts-assoziierten Plasma Protein-A (Pregnancy-assossiated plasma protein-A (PAPP-A)) und der Analyse des freien Beta-Choriongonadotropin. Erhöhte Werte dieser Marker weisen auf mögliche genetische Störungen, zum Beispiel das Down Syndrom hin. Kevin Spencer, Biochemiker am King’s College in London und Entwickler des Testverfahrens, sieht die Vorteile der Methode vor allem in dem frühen Zeitpunkt des Tests und in der Möglichkeit, dass die werdenden Mütter nach einem einstündigen Klinikaufenthalt wissen, ob ihre Schwangerschaft normal verläuft oder weitere Untersuchungen nötig sind.
Spencer schätzt die Sicherheit seines Testverfahrens nach einer dreijährigen Versuchsphase und etwa 13.000 untersuchten Patientinnen als 90-prozentig und damit effektiver als andere Verfahren ein. Außerdem eröffnet die rasche und frühe Diagnose mehr Zeit für Entscheidungen. Mögliche Schwangerschafts-Unterbrechungen bergen geringere emotionale und physische Risiken für die betroffenen Frauen.
Marion Herzog





