Niederländische Ärzte haben einer an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frau einen ihrer Eierstöcke in den Oberarm eingepflanzt. So blieb ihr Hormonhaushalt trotz einer Bestrahlung des Beckens funktionsfähig und auch ihre Fortpflanzungsfähigkeit konnte erhalten werden: Falls die Frau schwanger werden möchte, können ihr Eizellen aus dem Arm entnommen und im Reagenzglas befruchtet werden. Über die erfolgreiche Autotransplantation berichten die Medizinerin Carina Hilders vom Universitätskrankenhaus in Leiden und ihre Kollegen im Fachmagazin Cancer (Dezember-Ausgabe, Online-Vorabveröffentlichung doi:10.1002/cncr.20715).
Eine Autotransplantation, die Verpflanzung eigener Organe an andere Körperstellen, ist nicht so problematisch wie eine Transplantation von körperfremden Organen, erklärt Hilders. Zudem kann der Eierstock im Oberarm optimal mit Blut versorgt werden, so dass der monatliche Zyklus von wachsenden Eibläschen auch nach der Transplantation gewährleistet ist.
Die gängigen Behandlungsmethoden für Gebärmutterhalskrebs sind Chemotherapie und lokale ionisierende Strahlung. Diese Therapien führen bei den betroffenen Krebspatientinnen häufig zu permanentem Eierstockversagen und daher auch zu Unfruchtbarkeit. Da die Diagnose Gebärmutterhalskrebs oft noch im gebärfähigen Alter erfolgt, sei dies zusätzlich eine große psychische Belastung, erklärt die Wissenschaftlerin. Die Transplantation könne so zu einer verbesserten Lebensqualität der Patientinnen nach der Krebsbehandlung beitragen.
Frühere Versuche, mit Hormonen die Fruchtbarkeit der Patientinnen trotz der Krebsbehandlung zu erhalten, sind bislang nur in Experimenten mit Tieren gelungen. Zwar können Embryonen eingefroren werden, doch um weiter fruchtbar zu sein, sind Eizellen nötig. Die neu entwickelte Methode könnte daher eine echte Alternative für viele Krebspatientinnen werden, auch nach einer Therapie fortpflanzungsfähig zu bleiben.
ddp/bdw ? Eva Hörschgen





