Zwar gab es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem individuellen Kontakt mit Chemikalien und Missbildungen, häufigen Umgang mit Haarspray und Dauerwellen-Chemikalien konnten die Forscher jedoch mit einem geringen Geburtsgewicht in Verbindung bringen. Faktoren wie etwa das Alter der Mutter, ihre Größe oder ihre Rauchgewohnheiten hatten dagegen kaum Einfluss auf die Ergebnisse. Allerdings berücksichtigten die Mediziner nicht den Alkoholkonsum der Mutter oder das Alter und die Größe des Vaters, was die Größe des Säuglings ebenfalls beeinflussen kann.
Friseurinnen haben ein leicht erhöhtes Risiko, Babys mit einem geringen Geburtsgewicht oder mit schweren Missbildungen auf die Welt zu bringen. Das berichten schwedische Mediziner in der Fachzeitschrift Occupational and Environmental Medicine (Bd. 59, S. 517). Die Ärzte empfehlen schwangeren Friseurinnen, bei der Arbeit mit Chemikalien grundsätzlich Schutzhandschuhe zu tragen. Außerdem sollte ein Friseursalon ein gutes Belüftungssystem haben.
Das Team um Lars Rylander vom Universitätskrankenhaus Lund befragte mehr als 2000 Friseurinnen, die zwischen 1973 und 1994 Kinder bekommen hatten, nach ihren Kindern und wie stark sie während ihrer Schwangerschaft mit typischen Friseur-Chemikalien in Kontakt gekommen waren. Die Mediziner verglichen diese Angaben mit denen einer Kontrollgruppe. Die Friseurinnen hatten eher Babys mit einem geringen Geburtsgewicht ? mit einer Wahrscheinlichkeit von 4,5 Prozent verglichen mit 4,1 Prozent in der Vergleichsgruppe. Missgebildete Kinder kamen bei ihnen mit einer Häufigkeit von 2,8 Prozent gegenüber 2,1 Prozent vor.
Cornelia Pfaff





