Um diese These zu überprüfen, untersuchten die Wissenschaftler einige Ohrenquallen, die in Aquarien mit unterschiedlichem Sauerstoffgehalt lebten. Das Ergebnis: Die Tiere verbrauchten immer gleich viel Sauerstoff ? egal, ob viel oder wenig davon im Wasser gelöst war. Auch auf das Verhalten der Quallen hatte der Sauerstoffgehalt des Wassers praktisch keinen Einfluss, entdeckten die Forscher. Lediglich dann, wenn überhaupt kein Sauerstoff mehr zur Verfügung stand, verlangsamten die Tiere ihre Bewegungen.
Die Quallen müssen demnach über ein internes Sauerstoffreservoir verfügen, schlossen die Forscher. Das bestätigte sich bei weiteren Untersuchungen: Sauerstoffmessungen in der Mesoglea der Tiere zeigten, dass das Gel tatsächlich Sauerstoff enthielt ? und dass die Konzentration des Gases in der Nähe der Muskelschicht abnahm. Offenbar extrahieren die Muskelzellen bei Bedarf den Sauerstoff aus der Gelschicht, schreiben die Wissenschaftler. Das System sei so effektiv, dass es die Quallen selbst in sehr sauerstoffarmem Wasser mehr als zwei Stunden ausreichend versorgt.
Erik Thuesen (Evergreen State College, Olympia) et al.: Journal of Experimental Biology, Bd. 208, S. 2475





