Schutz für die lebendigen Anteile
Schützen muss der Baum hingegen sein lebendes Gewebe. Die Borke wirkt dabei wie ein Mantel für den Baum, erklärt die Expertin: “Sie besitzt viele Lufteinschlüsse und bildet dadurch eine Wärmedämmung”. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass Baumarten, die kalte Winter überstehen müssen, eine Art Frostschutzmittel besitzen, betont Bohne. Bestimmte Zuckerverbindungen und Eiweißstoffe im Zellsaft senken den Gefrierpunkt, sodass sich keine zerstörerischen Eiskristalle bilden. “Das ist von Baumart zu Baumart unterschiedlich”, erklärt die Expertin, “auch diese Eigenschaften machen sie mehr oder weniger winterhart”.
Das Kambium und die Leitgewebe sind die Teile des Baumes, die vom Frost bedroht werden: “Wenn Zellsaft gefriert, dann zerstören die Eiskristalle die Gewebestrukturen – so entstehen Frostschäden”, sagt Bohne. Das muss der Baum also verhindern. Je dünner und jünger Pflanzenteile sind, desto mehr sind sie von Frost bedroht, denn sie enthalten mehr Wasser und sind schlechter isoliert. Das gilt besonders für die Knospen im Frühjahr. “Ein Teil des Abhärtungsvorgangs im Herbst und frühen Winter beruht darauf, dass die Wassergehalte abnehmen”, erklärt die Expertin. Oft sind es deshalb auch gar nicht die Frostperioden mitten im Winter, sondern die Früh- oder Spätfröste, die den Pflanzen zu schaffen machen, denn in diesen Zeiten sind ihre Schutzmechanismen nicht voll aktiviert.





