Schon zu Beginn ihrer Entdeckungsgeschichte waren Eier typische Beifunde im Zusammenhang mit den Fossilien der Oviraptorosaurier. Dies hat auch ihren Namen geprägt: Oviraptor bedeutet „Eierdieb“, denn anfangs vermuteten Paläontologen, dass sie sich von den Gelegen anderer Arten ernährten. Doch dann zeichnete sich ab, dass es sich um ihre eigenen Eier handelte und es wurden immer weitere Merkmale dieser kleinen bis mittelgroßen Zweibeiner der Kreidezeit deutlich. Demnach waren sie wohl gefiedert und besaßen vogelähnliche Schnäbel, mit denen einige Arten möglicherweise Muscheln knackten.
Es wurden zwar bereits zuvor Fossilien von Oviraptoren direkt auf Eiern entdeckt, die ein Brutverhalten nahelegten – da aber keine Überreste von Jungtieren in den Eiern gefunden wurden, bestand die Möglichkeit, dass das Tier beim Eierlegen verendet war oder dass es das Nest nur bewachte, ähnlich wie es von Krokodilen bekannt ist. Doch die Untersuchungsergebnisse des aktuellen Fundes beseitigen nun diese Unklarheiten, berichten die Paläontologen um Shundong Bi von der Yunnan Universität.
Erstmals auch ungeschlüpfte Jungtiere

Das fossile Ensemble stammt von einem Fundort in Südchina und wurde auf ein Alter von etwa 70 Millionen Jahren datiert. Wie die Untersuchungen zeigten, besteht es aus dem unvollständigen Skelett eines zweibeinig laufenden Dinosauriers, den die Forscher anhand seiner Merkmale als einen Vertreter der Oviraptoren identifizieren. Wie sie berichten, wirkt es, als ob das Tier in einer vogelähnlichen, brütenden Haltung auf seinem Nest saß. Dieses Gelege bestand aus mindestens 24 Eiern. In sieben von ihnen machten die Paläontologen schließlich die entscheidende Entdeckung: In ihnen befinden sich die Überreste von ungeschlüpften Jungtieren. “Dies ist das erste Mal, dass ein nicht-Vogel-Dinosaurier in einem einzigen spektakulären Exemplar gefunden wurde – und der auf einem Nest von Eiern sitzt, in denen auch Embryonen erhalten sind”, resümiert Bi.
Das späte Entwicklungsstadium der Jungtiere und die unmittelbare Nähe des Erwachsenen lässt darauf schließen, dass es sich um ein Elterntier gehandelt hat, das beim Bebrüten seines Nestes gestorben ist. Neben diesen Hinweisen sprechen zudem die Ergebnisse einer Sauerstoff-Isotopen-Analyse für das vogelähnliche Brutverhalten. Wie die Forscher erklären, geht aus dem Verhältnis der Sauerstoff-Isotope in den fossilen Embryonen hervor, dass die Eier typischen Brutbedingungen von 30 bis 38 Grad ausgesetzt waren und nicht der Umgebungstemperatur.





