Zwei unabhängigen Forscherteams ist es gelungen, die Struktur eines künstlichen Antikörpers zu bestimmen. Über die beiden biotechnologischen Studien berichten sie im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (Ausgabe vom 17. Februar). Da natürliche Antikörper aufwändig und teuer herzustellen sind, könnten synthetische Antikörper eine kostengünstige Alternative darstellen.
Antikörper sind Bestandteile des Immunsystems, die Krankheitserreger erkennen können, indem sie sich an diese binden. Dabei ist jeder Antikörper auf ein bestimmtes fremdes Molekül ? ein so genanntes Antigen ? spezialisiert. Antikörper werden daher in der Forschung oft genutzt, um die Anwesenheit spezieller Moleküle nachweisen zu können.
Pär Nordlund und seine Kollegen von der Abteilung für Biochemie an der Universität Stockholm bestimmten die Struktur des synthetischen Antikörpers ZSPA-1 mithilfe einer Röntgenstrahlentechnik, die die Anordnung der einzelnen Atome im Molekül sichtbar machen kann. Die Forschergruppe um Torleif Härd vom königlichen Institut für Technologie in Stockholm benutzte dazu die so genannte Magnetresonanz-Spektroskopie, mit der ebenfalls einzelne Atome abgebildet werden können. Beide Gruppen kamen zu weitgehend übereinstimmenden Ergebnissen.
Bisher konnte man zwar verschiedene Arten künstlicher Antikörper herstellen, wusste jedoch wenig über deren Struktur und darüber, wie sie sich an das zugehörige Antigen binden. Wenn diese Eigenschaften bekannt sind, könnten künstliche Antikörper in Zukunft gezielter hergestellt werden.
ddp/bdw – Christine Amrhein





