Die Identifizierung der Geruchsrezeptoren ermöglicht den Wissenschaftlern, blockierende, und damit Insekten abwehrende Wirkstoffe zu entwickeln. Andererseits könnten neue, stark anziehende Geruchsstoffe dafür verwendet werden, die Mücken in tödliche Fallen zu locken. “Der Moskito ist das gefährlichste Tier dieses Planeten”, sagt Zwiebel. Über zwei Millionen Menschen fallen allein in Afrika jährlich der Malaria zum Opfer. Auch Dengue- und Gelbfieber sind von Moskitos übertragene, teils tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.
Blut saugende Stechmücken sind auf den Geruchsinn angewiesen, um ihre Opfer aufzuspüren. Daher verfolgen amerikanische Wissenschaftler eine neue Strategie zur Bekämpfung der Plagegeister: Sie wollen die Riechorgane der Moskitos gezielt lahm legen. Als ersten Schritt dazu haben sie die Gene für vier Proteine identifiziert, die am Riechprozess der Anopheles-Mücke beteiligt sind. Die Forscher von der Vanderbilt University in Nashville haben ihre Untersuchungen in der Online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Wir alle produzieren eine Wolke von Chemikalien, und Moskitos können der Duftspur, die wir hinterlassen, über weite Strecken folgen, sagt Laurence Zwiebel, der Leiter des Forschungsteams. Der Riechprozess beginnt damit, dass Duftmoleküle an so genannte Rezeptoren von Sinneszellen binden. Dadurch werden elektrochemische Signale erzeugt und über Nerven weitergeleitet. Mithilfe bekannter Gensequenzen für Geruchsrezeptoren der Fruchtfliege Drosophila durchsuchten die Wissenschaftler das Erbgut der Malaria übertragenden Stechmücke Anopheles gambiense. Dabei fanden sie vier Gene, die nur in den Zellen der Antennen und Tastorganen ? den Nasen der Insekten ? aktiv waren.
Joachim Czichos





