Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Berkeley haben ihre Behauptung zurückgezogen, vor zwei Jahren das superschwere Element 118 erzeugt zu haben. Dies steht in einer kurzen Mitteilung in der aktuellen Ausgabe der Physical Review Letters haben. Die Forscher hatten versucht das Experiment zu wiederholen. Dies misslang, deshalb räumt das Team nun ein, dass ihm vor zwei Jahren wohl einen Fehler unterlaufen sei.
Im Juni 1999 meldeten Atomphysiker in Berkeley, einen Atomkern mit 118 Protonen und 175 Neutronen hergestellt zu haben – das bis dahin schwerste Element (wir berichteten im Newsticker. Die Forscher leiteten ihre Behauptung aus einer Analyse von Alphazerfällen bei Kollisionsexperimenten ab. Experten aus aller Welt waren von diesem Ergebnis überrascht worden, so auch die Wissenschaftler der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt, die in den Jahren zuvor das Periodensystem der Elemente um einige superschwere Elemente bereichert hatten. Allerdings gelang es den Forschern in Berkeley in den letzten zwei Jahren nicht, das Experiment zu wiederholen. Versuche in Darmstadt, Frankreich und Japan scheiterten ebenfalls.
Dies veranlasste die kalifornischen Wissenschaftler, ihre damalige Behauptung nochmals einer strengen Prüfung zu unterziehen. Deren Ergebnis ist der nun veröffentlichte Widerruf der Erzeugung von Element 118. Allerdings ist es noch unklar, welche Umstände zu der Fehlanalyse geführt hatten.
Stefan Maier





