Es existiert ein genetischer Mechanismus, der die menstruelle Migräne bei Frauen begünstigt. Scheinbar reguliert Östrogen eine Reihe von Genen, die verhindern, dass eine menstruelle Migräne-Attacke stattfindet. Sinkt der Östrogenspiegel aufgrund der Regel rapide ab, fällt auch dieser Schutzmechanismus aus. Dies berichteten US-Forscher auf dem 54. Jahrestreffen der American Academy of Neurology in Denver.
Migräne bezeichnet stetig wiederkehrende Kopfschmerzen, die unter anderem mit einem verringerten Blutfluss im Gehirn einhergehen. Zwölf bis 14 Prozent aller Frauen weltweit leiden unter Migräne. Davon sind wiederum 14 Prozent von der menstruellen Migräne betroffen, einer besonders schweren Form. Sie beginnt meist zwei Tage vor der Monatsblutung und endet zwei Tage danach. Auslöser ist der plötzliche Fall des Östogenspiegels während der Periode.
Der Neurologe Welch und seine Kollegen vom Kansas University Medical Center erforschten an weiblichen Mäusen die Ursachen der menstruellen Migräne. Hierzu lösten sie bei Mäusen eine so genannte “Cortical Spreading Depression” (CSD) aus. Dies ist ein neurologisches Ereignis, mit dem häufig eine Migräne-Attacke beginnt. Anschließend analysierten sie den Zusammenhang zwischen dem Migräne-Ereignis, Östrogenspiegel und der Regulation von über 1176 Genen im Gehirn.
Östrogen kontrollierte Gene verhindern, dass eine CSD zu einer Migräne-Attacke auswächst. Während der Regel fällt der Östrogenspiegel rapide ab – der Schutzmechanismus fällt aus. Besonders stark wirkt sich dies aus bei den Genen für das Atriopeptin (ANP), es wirkt gefäßerweiternd, und das Neuropeptid Y, das das Schmerzempfinden moduliert. Bei niedrigem Östrogenspiegel führt eine CSD dazu, dass deutlich weniger ANP und mehr Neuropeptid Y gebildet wird. In der Folge verengen die Blutgefäße im Gehirn und Schmerzen flammen auf.
Markus Batscheider





