Menschen lernen ständig, ohne es zu merken. Das legen Studien amerikanischer Forscher nahe. In den Versuchen lernten Probanden Dinge, die sie nicht einmal wahrnehmen konnten, schreiben die Hirnforscher um Takeo Watanabe von der Universität Boston im Fachmagazin “Nature”.
Die Probanden hatten in ersten Versuchen Buchstaben zu benennen, die auf einem Punktteppich lagen und nur schlecht auszumachen waren. Das Wesentliche aber bemerkten die Studienteilnehmer gar nicht: Einige dieser Punkte im Hintergrund ließen die Forscher in eine Richtung wandern. Der Anteil der wandernden Punkte war aber so gering, dass die Richtung nicht zu erkennen war, wie die Forscher in früheren Versuchen gezeigt hatten.
Dennoch lernten die Probanden dabei, laufende Punktreihen vor einem chaotischen Hintergrund schnell auszumachen. In einer zweiten Testreihe erkannten sie die Richtung von wandernden Punkten leichter als “untrainierte” Personen ? allerdings nur, wenn die Punkte die gleiche Richtung wie in den ersten Versuchen einschlugen.
Die Probanden hätten offensichtlich Dinge gelernt, auf die sie sich nicht konzentriert, die sie nicht wahrgenommen hätten und die völlig unbedeutend seien, folgern die Forscher. Diese Fähigkeit, die in der frühen Menschheitsgeschichte einmal hilfreich gewesen sei, könnte die Menschen heute belasten. Die Forscher befürchten, dass Menschen damit der täglichen Informationsflut schutzlos ausgeliefert sind und sie nicht einfach an sich abperlen lassen können.
ddp/bdw – Marcel Falk





