Historisch betrachtet haben nur wenige Krankheiten jemals eine Epidemie mit zahlreichen Todesopfern ausgelöst ? darunter die Pest, Cholera und Tuberkulose. Solche Infektionskrankheiten kommen jedoch unter Katastrophenopfern nicht häufiger vor als unter der Gesamtbevölkerung. Und auch wenn einige dieser Infektionen hochansteckend sind, können die Erreger im toten Körper nicht lange überleben. Überlebende wären daher eher eine mögliche Quelle für den Ausbruch einer Epidemie, schreibt Morgan.
Auch eine übereilte Entsorgung der Leichen sei nicht notwendig. Oft würden die Toten sogar vor der eindeutigen Identifizierung beseitigt, so dass Nahestehende in Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen bleiben. Doch selbst bei vielen Opfern ist eine gewöhnliche Beerdigung der Leichen vermutlich die beste Möglichkeit der Beseitigung, sagt Morgan. Es gibt kaum Belege dafür, dass eine ordentliche Bestattung das Grundwasser und damit das Trinkwasser verseuchen könnte.
Für Helfer, die direkten Kontakt mit den Leichen haben, sind die Risiken zwar leicht erhöht, doch reichen einfache Maßnahmen aus, um die Gefahr zu minimieren: ein einfaches Sicherheitstraining, Impfungen gegen Hepatitis B und Tuberkulose, der Gebrauch von Leichensäcken und Einweghandschuhen sowie das Händewaschen und Desinfizieren von Bahren und Fahrzeugen, die für den Leichentransport benutzt worden sind.





