Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat Mäuse kreiert, die auf ihrem Rücken funktionierende Hoden ausbilden. Wissenschaftler aus Münster halfen dabei, auf dem Rücken der Tiere Hodengewebe von anderen Mäusen zu plazieren. Den amerikanischen Kollegen gelang es überdies, dort auch Schweine- und Ziegenhoden heranwachsen zu lassen, berichtet das Magazin “Nature”.
Angeleitet durch die Reproduktions-Biologin Ina Dobrinski von der Staats-Universität Pennsylvania haben die Wissenschaftler neugeborenen Mäusen, Schweinen und Ziegen Hodengewebe entnommen und bei herangewachsenen Mäusen auf dem Rücken unter die Haut gepflanzt. Das Gewebe wuchs rasch heran und bildete funktionierende Spermien. Dies sei das erst Mal, dass in einer Tierart Spermien einer anderen Spezies reifen, sagt Dobrinski.
Entsprechende frühere Versuche sind bisher gescheitert. Das Glück bei den neuen Studien lag wahrscheinlich auf dem Rücken der Mäuse, schreiben die Forscher. Dort herrsche eine optimale Temperatur für Spermien.
Die Mäuse könnten nun genutzt werden, um Medikamente zu testen. Man könne mit ihrer Hilfe aber auch Spermien von bedrohten oder besonders wertvollen Tieren gewinnen. Die Forscher äußerten sich nicht dazu, ob die Technik auch für menschliche Spermien geeignet sei. Allerdings betonen sie, dass sie für ihre Versuche unreifes Hodengewebe als Ausgangsmaterial genommen hätten. Viele Männer sind unfruchtbar, weil ihr Hodengewebe nicht voll ausreift.
Andreas Wawrzinek





