Reproduktives Klonen mit menschlichen Zellen dürfte mit enormen Schwierigkeiten verbunden sein. Ursache dafür scheinen bei dem Verfahren auftretende Fehler in der frühen embryonalen Entwicklung zu sein. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin “Science” (Bd. 300, S. 297).
Bei Klonversuchen an nicht-menschlichen Primaten treten offenbar von der ersten Zellteilung an Fehler auf, die eine normale Entwicklung des Embryos verhindern. Zu diesem Ergebnis kommen Gerald Schatten von der Universität Pittsburgh und seine Kollegen. Die Forscher hatten verschiedene Methoden des Klonens an mehr als 700 Eizellen weiblicher Makaken getestet. Obwohl nach anfänglichen Zellteilungen 33 Embryos in Ersatzmütter transferiert wurden, konnten die Wissenschaftler keine einzige Schwangerschaft hervorrufen.
Die grundlegenden Abläufe der Zellteilung können über bestimmte Methoden leicht sichtbar gemacht werden. Auf diese Weise konnte das Team um Schatten zeigen, dass eines der wichtigsten Ereignisse der Zellteilung gestört war: die Ausbildung der so genannten mitotischen Spindel. Stattdessen entstanden chaotische Strukturen, die zu einer ungleichen Verteilung der Chromosomen in die Tochterzellen führten.
Das bekannteste Klonexperiment war die Erzeugung des Schafes Dolly durch den Transfer des Kerns einer Körperzelle in eine geeignete Eizelle, das so genannte reproduktive Klonen. Gerald Schatten meint in Anbetracht seiner Ergebnisse, dass eine einfache Übertragung der Experimente an Tieren, wie Schafen oder Mäusen, auf Primaten kaum möglich sein wird.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann