Der Schutz ökologisch sensibler Zonen in den Weltmeeren ist nach Angaben von Naturschutzexperten mangelhaft. Bisher gebe es keine Rechtsgrundlage, die eine Ausweisung von Schutzgebieten auf Hoher See außerhalb der 200-Seemeilen-Zone ermöglicht, sagte der Fachgebietsleiter für Meeres- und Küstennaturschutz des Bundesamtes für Naturschutz auf der Ostsee- Insel Vilm, Henning von Nordheim, am Mittwoch in einem dpa-Gespräch.
Seit Dienstag tagen auf der Insel südlich von Rügen rund 40 Juristen, Meeresökologen und Naturschützer aus zehn Ländern. Ziel ist, bis zum Sonntag eine gemeinsame Position für eine weltweit gültige Regelung im Rahmen des internationalen Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen.
“Der Mensch greift durch die Fischerei sowie die mögliche Gewinnung von Bodenschätzen aus der Tiefsee immer stärker in diese schutzwürdigen Lebensräume ein”, beklagte der Naturschutzexperte von Nordheim. Besonders gefährdet seien in Atlantik und Pazifik die Gebiete der hydrothermalen Quellen, in denen von Schwefelwasserstoff abhängige Lebensgemeinschaften leben, sowie Tiefsee- und Kaltwasserkorallenriffe.
Durch die besonderen Lebensbedingungen in der Tiefsee – Lichtlosigkeit sowie niedrige, konstante Temperaturen – sei die Regenerationsfähigkeit dieser Gebiete sehr gering. “Der Eingriff des Menschen kann deshalb dramatische Folgen haben”, sagte von Nordheim.
dpa





